Mostra fossili di Bolca

Geschichte und Erforschung der Fossilien von Bolca

Bolca ist ein Ortsteil der Gemeinde Vestenanova (Venetien), der im östlichsten Teil des regionalen Naturparks Lessinia, fast am Ende des Alpone Tals, auf einer Höhe von 852 m über dem Meeresspiegel liegt. Das kleine Dorf ist seit Jahrhunderten bei Paläontologen und in der breiten Öffentlichkeit als Fundort vielfältiger fossiler Schätze - hauptsächlich Fische und Pflanzen - bekannt, die etwa 50 Millionen Jahre alt sind. Unter den zahlreichen Fossilvorkommen im Gebiet von Bolca gehören die Fundstellen von Pesciara und Monte Postale zu den bekanntesten.

Die Fische von Bolca spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte der Naturwissenschaften. Sie wurden erstmals im Jahr 1550 von Andrea Mattioli erwähnt und lösten im 18. Jahrhundert, in der Frühzeit der Geologie und der Paläontologie, heftige Diskussionen über den Ursprung und die Entstehung fossilführender Schichten aus. Grundlage für diese Diskussionen bildete die bedeutende Sammlung des Veroneser Apothekers Francesco Calzolari, die auf das Jahr 1571 zurückgeht. Denn Calzolari stellte in seinem Museum - dem ersten bekannten Naturkundemuseum der Welt - neben anderen naturkundlichen Objekten auch einige Fische aus Bolca aus. Obwohl Fossilien schon seit der klassischen Antike bekannt waren, erlangten sie erst im 17. Jahrhundert ihre moderne Bedeutung, als man ihren organischen Ursprung erkannte und sie als Überreste von Organismen aus der Vergangenheit identifizierte. Ende des 18. Jahrhunderts zeigten der Marquis Scipione Maffei, sein Sekretär Jean Francois Seguier und der Erzpriester von Grezzana (VR), Gian Giacomo Spada, ein so großes Interesse an den Fossilien von Bolca, dass ihre Begeisterung entscheidend war für die Erforschung der Fossilvorkommen. Im gleichen Zeitraum baute Graf Giovanbattista Gazola eine großartige Fossiliensammlung auf, die Serafino Volta in seiner ausgezeichneten Monographie “Ittiolitologia Veronese” (Veronesische Ichthyolithologie) illustrierte. Dieses 1789 begonnene Werk gilt weltweit als erste Publikation über fossile Fische.

Die Kunde über die Fossilien von Bolca breitete sich auch im Ausland rasch aus, so dass Napoleon Bonaparte die Gazola-Sammlung, die über 1200 Ichthyolithen (versteinerte Fische) umfasste, beschlagnahmte und nach Paris bringen ließ. Genau zu dieser Zeit pachtete die Familie Cerato, die aus dem Altopiano dei Sette Comuni (Hochebene der sieben Gemeinden in den Vizentiner Voralpen) eingewandert war, von Marquis Antonio Maffei die Grube "Cava Maffei" oder "lastrara", das spätere Pessàra, um dort Fossilien zu gewinnen. Genauer gesagt beauftragte die Familie Gazola im Jahr 1843 Giuseppe Cerato mit der Durchführung der Grabungen. Über fünf Generationen hinweg gab die Familie Cerato ab diesem Zeitpunkt ihr außergewöhnliches Wissen und Können in der Fossiliengewinnung jeweils an ihre Nachkommen weiter und machte daraus im Laufe der Zeit eine echte Kunst.

Der Fokus der Ausstellung gilt der Familie Cerato und ihrer herausragenden Sammlung von Fischen, Pflanzen und vielen anderen fossilen Schätzen, die sie mit ihrer großen Passion in jahrzehntelanger Arbeit zu Tage förderte. Tatsächlich widmeten sich etwa zwei Jahrhunderte lang mehrere Generationen der Familie Cerato der harten und gefährlichen Arbeit der Fossiliensuche. Dank der hohen Zahl der entnommenen Exemplare, die auf über hunderttausend geschätzt wird, und dank dem großen Interesse der Welt der Wissenschaft konnte eine Vielzahl von Fisch- und Pflanzenarten identifiziert werden. Um die Geschichte der Familie Cerato noch anschaulicher und interessanter darzustellen, werden in der Ausstellung nicht nur zahlreiche Fossilien aus der Privatsammlung "Massimiliano Cerato", sondern auch Dokumente aus der Vergangenheit präsentiert, die von Momenten der Begeisterung zeugen und von den Begegnungen mit den Gelehrten der damaligen Zeit erzählen.

Seit dem Jahr 2000 hat das Naturhistorische Museum von Verona in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Padua, Modena und Reggio Emilia die Ausgrabungen in Pesciara und auf dem Monte Postale wieder aufgenommen. Seit einigen Jahren wird die Untersuchung der bei den paläontologischen Kampagnen gefundenen Fossilien durch Analysen des Unterbodens ergänzt. Dank der neuen stratigraphischen Daten, die durch Kernbohrungen und geoelektrische Untersuchungen gewonnen wurden, konnten neue Erkenntnisse über die stratigraphische Abfolge der Fossilienfundstellen von Pesciara und am Monte Postale erlangt werden. Darüber hinaus stellt der geologische Kontext einen Mehrwert für die Einzigartigkeit des Alpone Tals dar. Die Fossilienvorkommen von Pesciara di Bolca, des Monte Postale und andere Fundorte im Alpone Tal erhalten durch die jüngsten Studien und Entdeckungen auch auf internationaler Ebene verstärkte Aufmerksamkeit. In der Tat sind die paläoklimatischen, paläoökologischen, paläobiogeographischen und phylogenetischen Aspekte der eozänen Fauna des Alpone Tals von besonders großer Bedeutung für die Rekonstruktion der paläogeographischen Merkmale des Urmeers Tethys; daher kann das Alpone Tal sogar weltweit gesehen als ein "typisches Gebiet für die eozäne Meeresfauna" bezeichnet werden. Im Jahr 2020 reichte der zeitlich befristete Zweckverein “Val d’Alpone – faune, flore e rocce del Cenozoico” (Alpone Tal - Fauna, Flora und Gesteine des Känozoikums) unter dem Titel "Eozäne Meeresbiodiversität des Alpone Tals" die Bewerbung für die Eintragung in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbe ein. Am 21. Mai 2021 gab der Vorstand der nationalen italienischen Kommission eine positive Stellungnahme zur Eintragung der Kandidatur in die nationale Vorschlagsliste ab.

Weitere großartige Exemplare von fossilen Fischen, Pflanzen, Krustentieren, Insekten und Mollusken können im Naturhistorischen Museum in Verona und im Alpone Tal im "Museo dei Fossili di Bolca“, im privaten Museum „Famiglia Cerato. Trecento anni tra fossili e miniere“ (Fossilienmuseum der Familie Cerato) und im "Paläontologischen Museum von Roncà“ besichtigt werden.

ÖFFNUNGSZEITEN



Vom 9. April 2022 bis 30. April 2022 von 9.30 bis 18.30

vom 1. Mai 2022 bis 2. Oktober 2022 von 9.30 bis 19.30

vom 3. Oktober 2022 bis 30. Oktober von 9.30 bis 18.30



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